agentur2c – Der Blog

Flower

Alles Meins!

(oder: Wie Ihr Betriebsklima Weihnachten gut überlebt)

Ich kann mich noch genau erinnern: Über Wochen schon kamen von allen Lieferanten und Geschäftspartnern Weihnachtsgeschenke. Riesige und teilweise auch sehr wertvolle Geschenke. Alles wurde kurz begutachtet und in unserem Büro in einer Ecke gestapelt. „Am letzten Arbeitstag machen wir dann die Abteilungsweihnachtsfeier und verteilen alles“, sagte mein Chef. Ich war damals die Azubine in einer Abteilung mit 5 Mitarbeitern.

Der große Tag kam und pünktlich nach der Mittagspause waren Weihnachtsplätzchen, Glühwein und andere Leckereien aufgebaut, die Computer bereits ins Wochenende geschickt und die gesamte Mannschaft erwartungsvoll um die Geschenke platziert. Mit leuchtenden Augen verfolgte ich die Verteilung – das Golfset ging an den Chef, das Kofferradio an seinen Stellvertreter. Bei jedem Geschenk dachte ich „Jetzt! Das ist meins“, um dann zuzusehen, wie ein anderer es entgegennahm. Nach einer Weile waren alle Geschenke verteilt und es lagen nur noch ein eingepacktes flaches Päckchen und eine Packung Lebkuchen auf dem Tisch, als mein Chef sich großzügig in meine Richtung wandte und meinte: „So, Frau Link, Sie gehören ja auch zur Abteilung, diese beiden Sachen nehmen Sie mit“.

Ich nahm die Lebkuchen und packte gespannt das Päckchen aus und hatte einen Zinnteller mit dem Motiv des Heilbronner Rathauses in der Hand. Einen ZINNTELLER. Am liebsten hätte ich das dumme Ding meinem damaligen Chef ans Hirn geworfen. Ich will damit nicht sagen, dass ich eine gewalttätige Ader hätte – weit gefehlt. Aber diese Enttäuschung lies mich in ähnlichen Situationen noch Jahre später misstrauisch werden.

Zwischenzeitlich habe ich mein Zinnteller-Trauma überwunden, schließlich bin ich selbst seit Jahren Chefin und durfte alle Geschenke für mich behalten – Balsam für die geschundene Azubiseele. Durfte, weil wir zwischenzeitlich auch Mitarbeiter haben. Damit stellt sich dann auch die Frage, wie man mit so einer Situation gut umgehen kann? Nach welchen Kriterien wird verteilt? Wer hatte am meisten Arbeit oder den engsten Kontakt zum Kunden? Kann man überhaupt teilen? Siegt die Fairness über den „Ich-wills-haben“-Impuls?

Gelernt habe ich aus der Erfahrung folgendes:
Es ist wichtig, sich als Versender sehr genau zu überlegen, was man verschenken könnte, was sich vielleicht auch gut teilen lässt. Und als Empfänger, wie man die Mitarbeiter in die Entscheidung mit einbeziehen kann oder ob man vielleicht eine Tombola veranstalten sollte – dann haben alle die Chance auf ein tolles Geschenk – und der Trostpreis ist eben dem Zufall geschuldet.

Wie gehen Sie damit um?

Das hat doch keinen Wert

(oder: 20% auf ALLES. Außer Tiernahrung!)

Seit einigen Jahren erzählt uns „Bruce Willis“, dass wir nur noch bis zum Stichtag XY ganze 20% auf alle Artikel außer Tiernahrung erhalten. Der Stichtag geht für mich gefühlt von Mitte Januar bis Ende Dezember. Das bedeutet im übertragenen Sinne, dass alles immer günstiger ist als anderswo.

Für mich als Privatperson und damit „Werbeziel“ lässt das zwei Schlussfolgerungen zu:

  1. Der Markt kann sich das permanente Preisdumping leisten und fährt gut mit dieser Werbestrategie (sonst würde er es nicht über Jahre in diesem Stil bewerben).
  2. Da ist es billig.

Mit ersterem lag ich falsch, wie ich in der letzten Woche aus den Medien erfahren habe – der Markt ringt seit längerem um ein Rettungsdarlehen, um eine Insolvenz abzuwenden…

Was ist hier passiert? Wollen wir nicht alle günstig einkaufen? Eigentlich müssten wir dem Markt doch die Türen einrennen. Offenbar doch nicht – damit komme ich nochmal auf meine zweite Schlussfolgerung und die Frage: Möchte ich wirklich billig einkaufen? Oder lege ich lieber Wert auf gute Beratung, ordentliche Produkte und Wertarbeit? Kann ein Produkt denn überhaupt etwas Wert sein, wenn es ständig billiger verkauft wird – oder bekomme ich da etwa Ramsch? So oder so ähnlich könnten die Gedankengänge sein, die mit dem Slogan ausgelöst werden. Wenn etwas permanent billig ist, kann es doch fast keinen Wert haben?

Was werbetechnisch sicher gut gemeint ist, wirkt sich leider nicht immer auch in eine gute Richtung aus. Wer sein Produkt oder seine Dienstleistungen verkaufen will, muss sich überlegen, mit welchen Werten das geschehen soll und wie diese eventuell – auch auf eine verdrehte Weise – bei der Zielgruppe ankommen können. Nicht immer sind die gängigen Klischees auch die guten.

Ein guter Anfang ist, ganz genau zu überlegen, was Ihre Zielgruppe mit Ihren Produkten und Dienstleistungen macht und was ihr dabei wichtig ist oder eine Kaufentscheidung auslösen kann. Welche Werte sind denn aktuell in Ihrem Bereich? Ist es die „Geiz-ist-Geil“-Mentalität oder eher Sicherheit, hochwertige Materialien, oder Vertrauen?

In diesem Sinne: Gute Gedanken für Ihre Werbung!
Gerne unterstützen wir Sie dabei!

Ich bin nicht verantwortlich!

(oder: Die Sache mit dem Disclaimer)

Vor einigen Tagen fragte mich eine Kundin nach dem Nutzen und der Sinnhaftigkeit eines Disclaimers in E-Mails und im Internet. Beinahe in jeder 2. E-Mail und auf mindestens genauso vielen Webseiten finden sich die Hinweise zur Distanzierung. Googelt man nach „Muster Disclaimer“ finden sich nur schlappe (und vor allem grob geschätzte) 453.000 Ergebnisse. Ich würde ungeprüft behaupten, für die Hälfte davon muss man zahlen, die Meinung der restlichen Anbieter schwankt zwischen „brauchtkeinMensch“ und „ohnegehtgarnicht“.

Für das Impressum und den Datenschutz auf Webseiten gibt es eindeutige Richtlinien, was für jede Firmenart und Berufsgruppe zu veröffentlichen ist. Beim Disclaimer herrscht jedoch Unsicherheit. Zunächsteinmal heißt Disclaimer übersetzt nichts weiter als „Haftungsausschluss“.  Der Begriff stammt aus dem Englischen und leitet sich von „to disclaim“ ab – etwas ‚abstreiten‘ oder ‚in Abrede stellen‘. Klar ist bislang jedenfalls nur: Mit dem Urteil vom Landesgericht Hamburg vom 12. Mai 1998 wurde die Büchse der Pandora geöffnet und seitdem herrscht Unsicherheit.

In E-Mails stehen Disclaimer meist unter dem Nachrichtentext und verbieten dem Leser – wenn er NICHT der angesprochene Adressat ist oder aus sonst einem Grund fälschlicherweise den Text gelesen hat – die Nachricht zu kopieren, Dritten zugänglich oder gar öffentlich zu machen, ferner muss er alles, was er gerade gelesen hat, sofort vergessen. Ironisch interpretiert bedeutet dies, dass zwischen Zweien (Absender und Empfänger) ein Vertrag geschlossen wird, von dem mindestens einer (meist der Empfänger) nichts weiß und der die „AGB“ blöderweise erst hinterher (am Ende des eben gelesenen Textes) bekommt. Ob das rechtlich sauber ist?

Im Disclaimer geht es in erster Linie darum, sich von Inhalten, die hauptsächlich durch Verlinkungen auf andere Seiten zugänglich gemacht werden, zu distanzieren. Hier stellt sich für jeden Webseitenbetreiber zunächst die Frage, warum er überhaupt auf eine Seite hinweisen möchte, von der er sich im nächsten Satz gleich wieder distanziert. Dafür gibt es sicherlich viele Gründe. Zum einen kennt er vielleicht nicht alle Inhalte der fremden Webseite und kann natürlich auch nicht ständig nachprüfen, ob sich etwas ändert oder ob alle Inhalte straf- bzw. zivilrechtlich einwandfrei sind. Dies führt zu den abenteuerlichsten „Abstandsnahmen“.

Eine verbindliche Aussage für oder gegen einen Disclaimer zu tätigen ist jedoch nicht das Anliegen meines Artikels, damit lehne ich mich definitiv zu weit aus dem Fenster. Ich möchte Sie jedoch darin bestärken, Ihren gesunden Menschenverstand walten zu lassen, wenn Sie vor der Frage stehen „Disclaimer – ja oder nein?“ und über folgende Punkte kurz nachzudenken:

  • Überlegen Sie genau für wen und für was Sie Empfehlungen aussprechen und verlinken Sie ganz bewusst. Eine Empfehlung die Sie aussprechen und daraufhin widerrufen – widerspricht sich das nicht irgendwie?
  • Seien Sie sich darüber im Klaren, dass die reine Verwendung eines Disclaimers Sie im Zweifelsfall nicht automatisch auch von jeglicher Haftung freispricht und damit auch kein allumfassender Schutz ist
  • Haben Sie Zweifel an der anderen Webseite bzw. auch keine komplette Einsicht, überlegen Sie sich, ob Ihnen die Verlinkung das eventuelle Risiko tatsächlich wert ist.

Wenn Sie etwas  Zeit und Humor haben möchte ich Ihnen gerne noch die folgende Sammlung von Angstklauseln ans Herz legen. Die Seite gibt neben den schönsten Disclaimer-Absurditäten auch ein paar nützliche Hinweise für diejenigen, die sich weiter ins Thema einlesen möchten.

PS: Selbstverständlich distanziere ich mich hiermit ausdrücklich von allem im Text gesetzten Links… 😉

Hallo, ist da jemand?

In den letzten Tagen habe ich immer öfter das merkwürdige Gefühl, mit imaginären Personen, Firmen oder E-Mailaccounts zu kommunizieren. Es ist fast schon geisterhaft. Man schreibt, bietet an, informiert und es passiert: …NICHTS.

Wann haben große Teile der Menschheit aufgehört, auf angeforderte! Angebote, Mails oder Informationen zu reagieren? Liegt es an der allgemeinen Reizüberflutung, der wir täglich ausgeliefert sind? Werden so viele Anbieter angefragt, dass man sich nicht mehr die Mühe machen will, auf ein Angebot auch nur noch zu reagieren? Besteht vielleicht die Möglichkeit, wenigstens ein „Dankeschön, hat sich erledigt“ an den Verfasser zu senden (der mit der Ausarbeitung des Angebots ja auch Aufwand hatte) oder ist in unserem hektischen Alltag selbst das zu viel verlangt?

Auf Toiletten liest man des öfteren: „Bitte verlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn anzutreffen wünschen“. Alternativ geht auch der alte Spruch „Wie man in den Wald hineinruft…“ Gilt das für unseren Alltag nicht mehr?

Mich persönlich trifft es, wenn mein Gegenüber es nicht für notwendig befindet, sich an die Spielregeln der höflichen Kommunikation zu halten. Aber auch ich komme immer wieder mal an den Punkt, an dem ich überlege, wo wir eine Grenze ziehen dürfen oder sogar müssen! Antworte ich noch auf unaufgeforderte Bewerbungen, die in mein Mailfach trudeln? Oder auf einige „Sammel-SMS“ die z.B. an Silvester auf meinem Handy auftauchen: „Euch allen ein gutes Jahr…“?

Ich für mich habe so entschieden: Wenn sich jemand persönlich die Mühe macht und mich direkt anspricht möchte ich gerne anworten. Ich finde, dieser „Aufwand“ sollte wertgeschätzt werden. Bei „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder „Ihr alle“ fühle ich mich nicht direkt angesprochen und kann dann auch mit keiner Antwort an die Person gut leben.

Social Media muß Chefsache sein

Nach einiger Zeit und Erfahrung mit dem Thema Social Media und den Möglichkeiten, die Facebook oder Twitter bieten, sind mir einige Punkte nochmals sehr deutlich ins Bewußtsein gerückt.

Der erste Punkt, der mir dabei immer wieder aufgefallen ist, betrifft weniger die optische und inhaltliche Darstellung in den einzelnen Diensten, sondern das wie und das ganze drumherum. Mir erscheint es so, daß sich einige nicht darüber bewußt sind, was sie sich und ihrem Geschäft damit antun. Da gibt es Firmen, auf deren Twitter-Account sich mittlerweile mehr Privatkonversation des Administrators befindet, anstelle von Informationen oder Angeboten des Unternehmens. Was aber vegessen wurde ist, daß auf der Firmenwebseite ein Link zu eben diesem Twitter-Account plakativ in Szene gesetzt ist. Ebenso unglücklich kann das Weiterverbreiten von Twitternachrichten anderer Twitter-Nutzer – auch ReTweet genannt – sein. Zugegebnermaßen ein nettes Feature, wenn es mit Bedacht genutzt wird. Wenn aber ein Mitarbeiter frei und ohne Vorgaben oder Kontrolle über den Twitter-Account verfügen darf, kann dies ein Unternehmen schnell in ein schlechtes Licht stellen. Bedenken Sie die Wirkung von einem Links zu Nacktbildern eines drittklassigen Promis oder wenn aufgrund eines Postings die politische Einstellung eines Mitarbeiters auf Ihr Unternehmen projeziert wird. Würden Sie solche Dinge auch auf ihrer Webseite veröffentlichen?

Ein weiterer Punkt sind die sogenannten Onlinefreunde oder bei Twitter auch Follower genannt. Achten Sie darauf, daß Sie die angestrebte Zielgruppe – also Ihre (potentiellen) Kunden erreichen. Es hilft Ihnen nichts wenn diese größenteils aus den privaten Kontakten aus dem Sportverein ihres Azubis stammen. Diese werden wohl in den seltensten Fällen zu Multiplikatoren ihrer Informationen.

Ein letzter Punkt, dem oftmals zu wenig Beachtung geschenkt wird: Leben Sie Social Media, wenn Sie es einsetzen! Das bedeutet, daß Sie diesem Medium ebenso Aufmerksamkeit schenken müssen wie beispielsweise ihrer Briefpost oder dem Telefon. Es ist nicht damit getan, einmalig ein Profil anzulegen, damit sie dabei sind – gehen Sie auf Anregungen und Kritik auch ein. Dafür müssen Sie nicht den ganzen Tag ihre Facebookseite beobachten oder sofort auf jede Twittermitteilung reagieren, aber ein paar Minuten täglich sollten es schon sein.

Fazit: Wenn Sie Social Media nutzen achten Sie darauf, daß dort auch wirklich das verbreitet wird, für was Sie stehen und was Sie weiterbringt. Ebenso wichtig ist es Ihre Besucher nicht den persönlichen Befindlichkeiten einzelner Mitarbeiters auszusetzen und somit wird Social Media zur Chefsache.