agentur2c – Der Blog

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Hallo, ist da jemand?

In den letzten Tagen habe ich immer öfter das merkwürdige Gefühl, mit imaginären Personen, Firmen oder E-Mailaccounts zu kommunizieren. Es ist fast schon geisterhaft. Man schreibt, bietet an, informiert und es passiert: …NICHTS.

Wann haben große Teile der Menschheit aufgehört, auf angeforderte! Angebote, Mails oder Informationen zu reagieren? Liegt es an der allgemeinen Reizüberflutung, der wir täglich ausgeliefert sind? Werden so viele Anbieter angefragt, dass man sich nicht mehr die Mühe machen will, auf ein Angebot auch nur noch zu reagieren? Besteht vielleicht die Möglichkeit, wenigstens ein “Dankeschön, hat sich erledigt” an den Verfasser zu senden (der mit der Ausarbeitung des Angebots ja auch Aufwand hatte) oder ist in unserem hektischen Alltag selbst das zu viel verlangt?

Auf Toiletten liest man des öfteren: “Bitte verlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn anzutreffen wünschen”. Alternativ geht auch der alte Spruch “Wie man in den Wald hineinruft…” Gilt das für unseren Alltag nicht mehr?

Mich persönlich trifft es, wenn mein Gegenüber es nicht für notwendig befindet, sich an die Spielregeln der höflichen Kommunikation zu halten. Aber auch ich komme immer wieder mal an den Punkt, an dem ich überlege, wo wir eine Grenze ziehen dürfen oder sogar müssen! Antworte ich noch auf unaufgeforderte Bewerbungen, die in mein Mailfach trudeln? Oder auf einige “Sammel-SMS” die z.B. an Silvester auf meinem Handy auftauchen: “Euch allen ein gutes Jahr…”?

Ich für mich habe so entschieden: Wenn sich jemand persönlich die Mühe macht und mich direkt anspricht möchte ich gerne anworten. Ich finde, dieser “Aufwand” sollte wertgeschätzt werden. Bei “Sehr geehrte Damen und Herren” oder “Ihr alle” fühle ich mich nicht direkt angesprochen und kann dann auch mit keiner Antwort an die Person gut leben.

Social Media muß Chefsache sein

Nach einiger Zeit und Erfahrung mit dem Thema Social Media und den Möglichkeiten, die Facebook oder Twitter bieten, sind mir einige Punkte nochmals sehr deutlich ins Bewußtsein gerückt.

Der erste Punkt, der mir dabei immer wieder aufgefallen ist, betrifft weniger die optische und inhaltliche Darstellung in den einzelnen Diensten, sondern das wie und das ganze drumherum. Mir erscheint es so, daß sich einige nicht darüber bewußt sind, was sie sich und ihrem Geschäft damit antun. Da gibt es Firmen, auf deren Twitter-Account sich mittlerweile mehr Privatkonversation des Administrators befindet, anstelle von Informationen oder Angeboten des Unternehmens. Was aber vegessen wurde ist, daß auf der Firmenwebseite ein Link zu eben diesem Twitter-Account plakativ in Szene gesetzt ist. Ebenso unglücklich kann das Weiterverbreiten von Twitternachrichten anderer Twitter-Nutzer – auch ReTweet genannt – sein. Zugegebnermaßen ein nettes Feature, wenn es mit Bedacht genutzt wird. Wenn aber ein Mitarbeiter frei und ohne Vorgaben oder Kontrolle über den Twitter-Account verfügen darf, kann dies ein Unternehmen schnell in ein schlechtes Licht stellen. Bedenken Sie die Wirkung von einem Links zu Nacktbildern eines drittklassigen Promis oder wenn aufgrund eines Postings die politische Einstellung eines Mitarbeiters auf Ihr Unternehmen projeziert wird. Würden Sie solche Dinge auch auf ihrer Webseite veröffentlichen?

Ein weiterer Punkt sind die sogenannten Onlinefreunde oder bei Twitter auch Follower genannt. Achten Sie darauf, daß Sie die angestrebte Zielgruppe – also Ihre (potentiellen) Kunden erreichen. Es hilft Ihnen nichts wenn diese größenteils aus den privaten Kontakten aus dem Sportverein ihres Azubis stammen. Diese werden wohl in den seltensten Fällen zu Multiplikatoren ihrer Informationen.

Ein letzter Punkt, dem oftmals zu wenig Beachtung geschenkt wird: Leben Sie Social Media, wenn Sie es einsetzen! Das bedeutet, daß Sie diesem Medium ebenso Aufmerksamkeit schenken müssen wie beispielsweise ihrer Briefpost oder dem Telefon. Es ist nicht damit getan, einmalig ein Profil anzulegen, damit sie dabei sind – gehen Sie auf Anregungen und Kritik auch ein. Dafür müssen Sie nicht den ganzen Tag ihre Facebookseite beobachten oder sofort auf jede Twittermitteilung reagieren, aber ein paar Minuten täglich sollten es schon sein.

Fazit: Wenn Sie Social Media nutzen achten Sie darauf, daß dort auch wirklich das verbreitet wird, für was Sie stehen und was Sie weiterbringt. Ebenso wichtig ist es Ihre Besucher nicht den persönlichen Befindlichkeiten einzelner Mitarbeiters auszusetzen und somit wird Social Media zur Chefsache.

Plugins umgestellt

für Facebook und Twitter

Hat mal einer ein Fremdwörterlexikon?!?

Der erste Tag im neuen Job! Für jeden „Frischling“ der reinste Horror!

Wo ist das Klopapier? Wo das Druckerpapier? Was werden meine Tätigkeiten sein? Wie werde ich mit den Chefs zurechtkommen? Welche Rolle werde ich haben? Werde ich meinen Platz finden? Fragen die mich vor meinem ersten Arbeitstag bis tief in die Nacht beschäftigt haben.

Doch die Dinge klären sich. Das Toillettenpapier ist in der Nähe des Verbrauchsortes. Das Druckerpapier beim zugehörigen Gegenstück. Die Chefs sind weder cholerisch, noch schreien sie mich am laufenden Band an. Meinen Platz habe ich bereits gefunden: Beim Reinkommen einfach nur geradeaus!

Doch wie ist das so in der sagenumwobenen Werbebranche? Ich weiß wie man Rechnungen kontiert, aber ich hatte von diesem Business einfach überhaupt keine Ahnung. Was sind Folder? Wie funktioniert eine Druckerei? Alle Gespräche finden in einer Sprache statt, der ich anscheinend nicht mächtig bin. Meine Kollegen hingegen scheinen sich zu verstehen und wissen, was was gemeint ist. Ich stehe daneben, mache große Augen und bin vorsichtshalber einfach still.

Worte wie „Hosting“, „Full Service Agentur“, “Typo 3” “CS3” oder “CMYK” sind bei uns im täglichen Sprachgebrauch. Und was in aller Welt ist in dieser Branche ein “Klischee”? Ich hoffte auf das Verständnis aller, und bat bei Erklärungen darum, es in „meine Sprache“ zu übersetzen. Es gelang ihnen ganz gut, mittlerweile sind diese Wörter aus der Werbebranche auch in meinem täglichen Sprachgebrauch enthalten und kaum noch wegzudenken.

Wenn Sie als Kunde also am Telefon sind und Ihnen Wörter entgegenfliegen, die für Sie keinen Sinn ergeben, die scheinbar aus einer anderen Welt – wenn nicht sogar aus einer anderen Galaxie – stammen, dann wundern Sie sich nicht. Es liegt nicht an Ihnen! Aber fragen Sie einfach ganz mutig nach, ob Sie eine Übersetzung dafür bekommen können. Denn für mich ist zwischenzeitlich klar: Die in der Werbebranche sind auch nur ganz normale Menschen. Nur halt einfach mit einem etwas anderen Vokabular!

Facebook vs. Google Street View

Ein Thema, das sich derzeit in aller Munde befindet, ist Google Street View.

Viele sind von der Angst besessen, dass Google Street View ein Eingriff in das Leben der Menschen darstellt. Bilder der Straße in der man wohnt, den eigenen Garten, das Gesicht des Einzelnen – all das soll künftig bei Google sichtbar gemacht werden. Zwar werden die Gesichter durch eine spezielle Software verfremdet, trotzdem kann jeder, der sich dazu berufen fühlt,  via Street View in den heimischen Garten seines Nachbarns zu blicken, dies tun.

Negativ wird auch angeprangert, dass Einbrecher ja so ihre Verbrechen besser planen und die Umgebung besser durchblicken könnten. Ja.

Nehmen Sie es mir nicht übel, aber wenn ein Einbrecher tatsächlich die Absicht besitzt, in Ihr Reich einzudringen, braucht er nicht zwingend Google Street View, Google Maps oder ähnliches. Da reicht auch eine überall käuflich zu erwerbende Straßenkarte, ein kurzer Spaziergang und eine heimliche Spionage, wie Ihre Verhaltensweisen und Gewohnheiten sind. Dafür brauchen Kriminelle – bei aller Liebe – wirklich kein Google Street View.

Ironischerweise haben sich einige Gegner von Street View in diversen (Klatsch-)Blättern ablichten lassen – vor ihren Häusern und ohne Gesichtsverfremdung. Selten intelligente Lösung.

Diese leidenschaftliche Aufregung kann ich nicht ganz teilen, befinden sich doch derzeit mehr als 10 Millionen Deutsche in der Social Community “Facebook”. Facebook hat tatsächlich mehr Eingriff in Ihr Leben, als es Google Street View alleine je haben wird. Schließlich posten Sie dort keine Bilder Ihrer Familie vom letzten Grillfest, der Geburt Ihres ersten Kindes und schreiben dort unter Fotos Titel wie “Mein kleiner Zwerg – zum ersten Mal auf dem Töpfchen” o.ä., woraufhin Ihre Freunde Kommentare dazu abgeben können.

Noch vor wenigen Monaten war auch hier die Aufregung groß, da Facebook in seiner AGB verdeutlicht(e), dass die von Ihnen dort hochgeladenen Bildern zur freien Verwendung von Facebook freigegeben werden – durch Ihren Klick!

Diese Aufregung ebbte relativ schnell ab, hat man sich doch daran gewöhnt und ist froh, auf derartigem Weg in Kontakt bleiben und Fotos mit Freunden und Bekannten tauschen zu können…

Wie denken Sie darüber?